WM 2014: Wir träumen..

… von unseren Teams.
Die Weltmeisterschaft ist bereits fortgeschritten. Für uns die Gelegenheit von den eigenen Träumen, Wünschen und Beweggründen zu berichten.

PAT: Die WM ist das Größte!
Auch wenn Österreich zum wiederholten Male nicht vertreten ist, kann man die Partien immer noch mit Herzblut verfolgen. Ich bin und ich werde deklarierter Spanienfan bleiben. Was dieses Team während und seit der EM 2008 gezeigt hat, kann ich nur als Perfektion des Spiels bezeichnen. Mein ewiger Dank, diese Phase live und bewusst mitverfolgt zu haben sei Xavi, Iniesta und Co gewiss.
Zusätzlich, und das schon viel länger, gehören meine Sympathien der Selecao. 1994,das erste vollständige Trikot: Gelbe Leibchen, hellblaue Hosen, weiße Stutzen. So was prägt.
Und dann erst die Überraschungen und Teilzeitbeziehungen während der Endrunden! Vermeintlich unbekannte Teams spielen groß auf, man freut sich mit ihnen und sobald das Turnier vorbei ist, geht man wieder seiner Wege. Mexiko, Costa Rica oder Chile (trotz der Spanienvernichtung) mögen als Beispiele für diese WM gelten.

herguent: WM in Brasilien und ich schau zu.
Die Achtelfinale sind gespielt und schön langsam trennt sich die Spreu vom Weizen. Manchmal muss man sagen leider. Vollkorn wäre doch auch mal nett. Warum müssen die Algerier nach Hause fahren. Ich würde gerne noch ein Spiel dieser Mannschaft sehen. Ich zitiere zum ersten und wohl letzten Mal in meinem Leben Boris Jirka, den ORF-Kommentator des Achtelfinalspiels zwischen Deutschland und Algerien. „Ihre Mannschaft hat diese WM bereichert.“ Ja, hat sie. So wie auch die Teams von Mexico oder Nigeria. Doch Vollkorn funktioniert nicht bei einem Cup-Turnier. Vollkorn ist nur was für Freundschaftsspiele. Seis drum.

Am meisten fehlen wird mir allerdings die Mannschaft der Chilenen. Seit der letzten WM wo sie noch unter dem fabelhaften Bielsa gespielt haben, finde ich diese Mannschaft und ihr Land spannend. Als ich dann vor ein paar Monaten noch in Roger Willemsen´s Buch „Die Enden der Welt“ das Kapitel über Patagonien gelesen hatte, war für mich klar: Bei dieser WM halte ich in erster Linie den Chilenen die Daumen.
Und dann kommen die nach Brasilien mit ihrem neuen Coach. Sampaoli, wieder ein Argentinier und ein Energiebündel an der Seitenlinie das einem noch einmal zeigt, wie sehr hier Fußball gelebt wird. So einen Typen wünsche ich mir an der Seitenlinie bei unseren Veilchen. Da pulsiert das Fußballherz.

Bei dieser WM fällt mir persönlich die erstaunliche Vielfalt im lateinamerikanischen Fußball auf. Und es finden sich Elemente wie ich sie von Bielsa´s Chile noch kenne in vielen anderen Mannschaften wieder. Chile ist wohl nicht die beste Mannschaft dieser WM, ja nicht einmal die beste lateinamerikanische. Aber für mich schwebt ein Geist dieser kraftvollen, verschmitzten und so wunderbar überraschenden Idee von Fußball über dem gesamten WM-Turnier. Und dafür danke ich Chile. Mit Brasilien, Argentinien aber vor allem Kolumbien und Costa Rica setzt sich das im Turnier hoffentlich noch weiter fort.

forzaviola15: Wie ich in Brasilien meine Liebe zu Frankreich neuentdeckt habe.
Langsam wird es in Brasilien ernst. Die Viertelfinalspiele stehen auf dem Programm, der Zeitpunkt, ab dem man nichts mehr vorhersagen kann. Gut möglich, dass das absolute Überraschungsteam dieses Turniers, die „Ticos“ aus Costa Rica, auch den Niederländern ein Bein stellt. Diese WM hat bis jetzt alle Hoffnungen erfüllt. Dramatische Spiele, das Ende der spanischen Weltherrschaft, viele Neuentdeckungen,…
Doch es gibt nichts, das mich persönlich mehr freut als die Wiederauferstehung der Franzosen.
Meine Liebe zu Frankreich geht auf das erste Großereignis, das ich wirklich mitverfolgt habe, zurück – die EM 2000. Fabien Barthez‘ Eleganz im Tor, Thierry Henry, dessen Stern in der Niederlande und Belgien so richtig aufgehen sollte, Zinedine Zidanes Zauberkunst im Mittelfeld … ich war begeistert. Und wenn es dich im Fußball erst einmal wirklich erwischt hat, gibt es sowieso keinen Weg zurück.
Die letzten Jahre waren als „Les Bleus“ – Fan alles andere als einfach. Ich erinnere mich noch, wie ich fassungslos die Nachricht vom „Trainingsstreik“ in Südafrika gelesen habe.
Vor Brasilien waren meine Erwartungen gering .. und dann kam das Spiel gegen die Schweiz. Plötzlich sah ich da wieder ein Frankreich, das auf dem Platz als Einheit auftrat. Einen treffsicheren Stürmer, einen Tormann, der Selbstsicherheit und Ruhe ausstrahlt, einen technisch begabten jungen Flügelspieler,… Dieses Frankreich erinnert mich in jeder Hinsicht wieder an damals.
Auch wenn Les Bleus dieses Mal über keinen Ausnahmekönner wie Zidane verfügen und viele Spieler noch sehr jung sind – sie haben es nach 14 teilweise frustrierenden Jahren geschafft, dass ich mich wieder neu in sie „verliebt“ habe. Und Didier Deschamps, einem meiner ersten Fußballhelden, würde ich die Ehre, als Spieler wie als Trainer Weltmeister zu werden, sowieso von Herzen gönnen.
Allons enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivé!

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