Da war es wieder!

Endlich wieder Vorfreude

Endlich wieder aufwachen und der erste Gedanke gehört dem abendlichen Spiel. Endlich dieses Gefühl, dass heute etwas Großes passieren kann. Nach Wochen und Monaten, in denen man die Austria in Wahrheit nur noch der Vollständigkeit halber verfolgt hat. Nach miserablen Auftritten, die, wenn schon nicht den Spielern, zumindest den Fans die Schamesröte ins Gesicht getrieben haben. Nach Durchhalteparolen, Beschwichtigungen und sonstigem Mumpitz. Nach Enttäuschungen und Rückschlägen also endlich wieder die Vorfreude auf ein Spiel, in dem es um wirklich Relevantes geht. Das Auswärtsspiel beim WAC weckte wieder Fangeister auf.

(Fast) Alles oder nichts. Cup-Halbfinale.

Klar, de facto hat man noch nichts erreicht, wie Kapitän Suttner in der Euphorie meinte. Der Finaleinzug ermöglicht uns erst die Chance die Saison zu retten. Er bewahrte uns vor dem Grauen eines völlig sinnlosen Mais. Man stelle sich vor, wie quälend der restliche Saisonverlauf gewesen wäre, wenn man die Saison am vergangenen Mittwoch komplett abgeschenkt hätte. Einzig das Derby hätte noch den Anflug von Bedeutung gehabt. So aber gilt es, sich in gute Form zu bringen, Selbstvertrauen zu tanken und alles, aber wirklich alles in die Waagschale zu schmeißen, wenn es am 3. Juni in Klagenfurt um den 28. Cupsieg für uns geht.

Die Bedeutung des Cups

Alle Jahre wieder kommt sie auf. Die Diskussion was der Cup eigentlich wert sei. Der direkte Vergleich mit unserem Lieblingsnachbarn wirkt desillusionierend. Bayern-Dortmund vs. Grödig-Salzburg. Jeder weitere Kommentar überflüssig.

Dazu die Unkenrufe der Fans, die pünktlich zum Ausscheiden des eigenen Klubs gebetsmühlenartig wiederholt werden: „Pimperlbewerb“, „interessiert ka Sau“ etc.

Und dennoch: Der Pokal ist seit jeher einer von lediglich zwei relevanten Titeln. Er berechtigt zu einem späteren Einstieg in die Europacup-Qualifikation und was viel wichtiger ist: Er bietet dem siegreichen Verein das Triumphgefühl, als einziges Team ungeschlagen einen Bewerb beendet zu haben. Denn natürlich ist es egal ob man in der ersten Runde gegen Schasbach ausscheidet oder im Finale am Doublegewinner scheitert.

Tradition verpflichtet

Natürlich hat man es als Veilchen leichter dem Cupbewerb an sich Bedeutung beizumessen. Mit 27 Siegen bisher ist man der unangefochtene Rekordsieger.

Es ist gar nicht so leicht zu erklären, warum die Austria ein derartiger Cupspezialist ist. Als Diva bekannt und gefürchtet böte der Pokal jedes Jahr ausreichend Möglichkeiten sich zu blamieren. (Und bei Gott, wir haben diese Möglichkeit auch oft genug beim Schopfe gepackt: Untersiebenbrunn, Marchegg, Kalsdorf lassen grüßen!)

Andererseits hat die Austria genug Qualität um jede Mannschaft in Österreich in einem Spiel zu schlagen.

Das ist auch die große Hoffnung fürs Endspiel. Natürlich ist Salzburg Favorit. Wer derart souverän den Meistertitel eingefahren haben wird, wie die Mozartstädter, braucht sich vor einer kriselnden Austria wahrlich nicht zu fürchten. Spannungsabfall hin oder her.

Endstation Klagenfurt

Der Traum aber geht weiter. Was wäre das für eine Geschichte. Nach dieser Saison einen Titel zu gewinnen wäre einfach aufgelegt. Der oft verlachte Andi Ogris hilft seinem Herzensverein in einer der schwierigsten Phasen dieses Jahrtausends, eher er sich wieder aus dem Rampenlicht verabschiedet.

Verziehen (aber sicher nicht vergessen!) wären all die Schläge in die Magengrube: Die nichtssagenden Unentschieden, die völlig verdienten Pleiten gegen Dorfklubs, die dümmlichen Interviews.

Endlich ist  sie wieder da: Die Spannung, die Vorfreude, die Unvernunft, wenn man an die Austria denkt. Wenn man einen Monat vor dem Ereignis alle Hebel in Gang setzt um „sein“ Finale zu organisieren. Wenn man die Karte lieber heute als morgen in Händen halten möchte, um die Gewissheit zu haben, dabei zu sein.

Die Marschroute ist klar: Einmal noch alles geben. Die Bullen auf dem falschen (vielleicht müden) Fuß erwischen und die Saison retten. Klingt eigentlich ganz einfach.

 

Hinweis: Original des Beitragsbildes von skysportaustria.at

PAT

Über PAT

Über mich Jahrgang 89; Student; AB-SOL-UT sportbegeistert, dabei vor allem Fußball, Radsport, Tischtennis sowie der alpine Schilauf (jeweils aktiv und passiv) sowie Eishockey (als 2. Leidenschaft des Fanlebens), Curling und Snooker und Tennis und Handball und und und als Zuseher. Zudem süchtig nach musikalischer Dauerbeschallung von Ambros bis Queen. Warum die Austria Um ehrlich zu sein, wurde ich mangels brauchbarer Alternativen auf Grund erblicher Vorbelastung zum Veilchen in nunmehr 3. Generation. Und weil die Farbe so schön ist.